Ölverbrauch M54: mögliche Lösung

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  • Ölverbrauch M54: mögliche Lösung

    Hallo zusammen,

    wie allerseits bekannt sein dürfte hat der Sechszylinder der Baureihe M54 ein Problem hinsichtlich des Ölverbrauchs.
    Auf Youtube gibt jemand aus einem amerikanischen BMW-Forum eine mögliche Erklärung der Ursache sowie verschiedene Ansätze dem Problem zu begegnen.

    Unterschied Kolbenringe M52TU zu M54:

    youtube.com/watch?v=NYp3ieMy5oI&t=820s

    mögliche Lösung des Ölverbrauchsproblems:

    youtube.com/watch?v=Fo2rLSzNzt0

    Da ich selbst von dem Problem betroffen bin, habe ich diesen "Mod" bei meinem Motor selbst ausgeführt und machte dabei bis jetzt folgende Beobachtungen:

    - keine Auswirkungen auf Spritverbrauch
    - leichte Unruhe im Leerlauf (wird auch auf amer. Foren so bestätigt.)
    - seit 1000km keine Änderung am Füllstand des Ölpeilstabs erkennbar
    - deutlich stärkeres Ansaugen des Öldeckels (Sinn und Zweck des Mods :) )

    Was ich auf amerikanischen Foren als Resonanz finden konnte deutet auf eine Senkung des Ölverbrauchs auf nahezu 0 hin.
    Ich werde den Mod bei mir weiterhin im Einsatz lassen und weitere Erfahrungen hier dokumentieren.
    Vielleicht ist jemand von euch auch bereits über den Ansatz gestolpert und hat Erfahrungen dazu.
  • Mit diesem Mod ist die Kurbelgehäuseentlüftung außer Betrieb gesetzt. Das bedeutet es werden folgende Teile im Motor dauerhaft überbelastet und werden kaputt gehen:

    -Ventildeckeldichtung
    -Ölwannendichtung
    -Simmerringe der Kurbelwelle
    -und so ziemlich jede Dichtung.

    Im Leerlauf ist das nicht meßbar, unter Last steigt der Druck im Kurbelgehäuse aber so stark an, dass die Dichtungen kaputt gehen.
  • In einem anderen deutschen Forum fährt ein User das Setup seit 25.000km in drei M54 Motoren. Bisher laut seiner Aussage ohne Probleme.
    Ich würde Probleme wenn überhaupt durch die gestiegene Reibung der Ölabstreif-/Kompressionsringe an den Zylinderlaufbahnen erwarten.

    @RsRichard

    Ich vermute das deine Befürchtungen auf das gestiegene Vakuum abzielen. Ob das Vakuum jedoch so stark ansteigt um alle von dir aufgeführten Dichtungen zu schädigen ist die Frage. Bis jetzt konnte ich keine Hinweise dazu finden.
  • Das habe ich nicht gemeint - durch seine Modifikation passiert folgendes: es wird Ventildeckelseitig kein Unterdruck mehr anliegen (nicht am Schlauch, sondern am Deckel selbst), da nicht mehr über das Kurbelgehäuse entlüftet werden kann, wenn dort ein Rückschlagventil (PCV) in die Leitung hinter der KGE eingebracht wurde.

    Der Unterdruck, welcher am Winkelschlauch der KGE hin zur KGE gemessen wird, ist total irrelevant für dieses Problem - der sorgt nur dafür, dass weniger Öl verbraucht wird erhöht aber im Umkehrschluss den Verschleiß des Motors.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RsRichard ()

  • Das Problem des Ölverbrauchs hat nichts mit "Ansaugen" aus der Ölwanne zu tun - es kann technisch bedingt auch garkein Öl aus der Ölwanne angesaugt werden.

    Das Rückschlagventil wird eingebaut, damit der Überdruck durch Blowby an den Kolbenringen vorbei im Kurbelgehäuse nicht mehr direkt in die KGE abgeführt wird und Öl mittransportiert. Dazu kommt der Ölanteil der über die KGE aus dem Ventildeckel in die Ansaugbrücke transportiert wird.

    Diesen Druckausgleich verhindert man mit dem Rückschlagventil - und damit vermindert man auch den Öltransport massiv. Was man damit als neues Problem erzeugt ist allerdings ein viel zu großer Überdruck im Kurbelgehäuse.
  • Wie bereits angesprochen konnte ich keine Nachteile, bis auf die von manchen festgestellte leichte Leerlaufunruhe in Erfahrung bringen.

    Die einzige Lösung die wohl nicht nur die Symptome bekämpft sondern die Ursache behebt ist der Wechsel der Kolbenringe. Da steht Aufwand jedoch finanziell in keinem guten Verhältnis zum Nutzen.
  • Die M54 Kolbenringe sind einfach nix.
    Gerade der Ölabstreifring verschleißt recht stark beim M54.
    Das kann man sich hinbiegen wie man will, um eine Revision wird man kaum sinnvoll hinkommen oder man akzeptiert es halt ;)
  • An die M54 Kolben würden ja auch die M52TU Ölabstreifringe passen (2 statt 1er). Ich sag mal beim M54B25 gibt es ja das M52B25TU Pendant- aber für die M54B22 und M54B30 wirds komplizierter, oder? Gibt es dafür Quellen? Hab die Maße gerade nicht zur Hand, aber könnte mir schon vorstellen, dass die B28TU Ringe nicht ausreichend groß sind um zum Beispiel auf dem M54B30 gefahren zu werden.

    Grundsätzlich MEGA interessantes Thema. Bis auf den Quatsch mit der KGE.
  • Original von Touring-Fan
    Der M54 hat von Anfang an viel Öl verbraucht. Da bringt eine Revision nur bedingt was.
    Klar gibt es Einzelfälle wo es geklappt haben soll, die gibt es aber auch beim reinen Ölwechsel ;)


    Hallo Allseits,
    wie bekannt sein dürfte hatte ich in meinem originalen M54B22 von Anfang an (gekauft als Jahreswagen) einen relativ hohen Ölverbrauch, der dann über die Jahre auf bis zu 1Liter/700km gestiegen ist. Aufgrund des Risikos einer Revision hatte ich mich vor 3 Jahren für einen kompletten Tauschmotor entschieden, dabei das Glück einen original von BMW mit 20tkm incl. aller Aggregate zu bekommen. Dieser Motor verbraucht lediglich 3/4 Liter Öl für 20tkm bei gleichem Fahrprofil!
    Diese Ersatzmaschine stammt aus einem 325ti, das Baujahr beider Maschinen ist annähernd identisch Ende/2000. Die Streuung bei den M54 Maschinen scheint riesengroß zu sein, oder wurden die M54 möglicherweise unterschiedlich bestückt?

    Edit: 325ti
    Gruß
    Matthias

    Spritmonitor


    190.000 km mit Autogas :thumbsup:

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von zille6931 ()

  • Das Hauptproblem ist das gefahrene Öl - wenn der Motor ein paar tausend KM mit Castrol 5w30 gefahren wurde, sind die Kolbenringe verkokt und das bekommt man nicht mehr ohne neue Ringe in den Griff - oder nur sehr langfristig mit extrem verkürzten Ölwechselintervallen und gutem Öl (0w40, 5w50).

    Da reichen schon 50tkm Kurzsstrecke mit 5w30 um die Ringe komplett zuzukoken.

    Evtl. wurde dein 323ti von vornherein mit einem vernünftigen Öl betrieben oder die extrem geringe Laufleistung von 20tkm war hilfreich dabei, die Ringe mit schlechtem Öl nicht verkoken zu lassen.

    Ich nehme an, dass du im neuen Motor kein 5w30 mehr gefahren bist oder die Wechselintervalle relativ kurz waren.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RsRichard ()

  • Original von zille69312
    Original von Touring-Fan
    Der M54 hat von Anfang an viel Öl verbraucht. Da bringt eine Revision nur bedingt was.
    Klar gibt es Einzelfälle wo es geklappt haben soll, die gibt es aber auch beim reinen Ölwechsel ;)


    Hallo Allseits,
    wie bekannt sein dürfte hatte ich in meinem originalen M54B22 von Anfang an (gekauft als Jahreswagen) einen relativ hohen Ölverbrauch, der dann über die Jahre auf bis zu 1Liter/700km gestiegen ist. Aufgrund des Risikos einer Revision hatte ich mich vor 3 Jahren für einen kompletten Tauschmotor entschieden, dabei das Glück einen original von BMW mit 20tkm incl. aller Aggregate zu bekommen. Dieser Motor verbraucht lediglich 3/4 Liter Öl für 20tkm bei gleichem Fahrprofil!
    Diese Ersatzmaschine stammt aus einem 323ti, das Baujahr beider Maschinen ist annähernd identisch Ende/2000. Die Streuung bei den M54 Maschinen scheint riesengroß zu sein, oder wurden die M54 möglicherweise unterschiedlich bestückt?


    Falls Dein motor tatsächlich aus einem 23er stammt, ist es ein M52TU.
    Damit wäre geklärt, warum Dein Ersatzmotor kaum Öl braucht.
    Er hat die besseren Kolbenringe.
  • M54 raus und M52TU rein kann aber so auch irgendwie nicht sein (EGas,MS42 etc)

    Mal davon ab ist ein 323ti aus dem E36 auch ein M52B25 ohne TU. Im E46 war der Compact, welcher bei der Wahl "ti" als einziger gemeint sein kann, dann ein 325ti und somit dann ein M54B25.
  • Original von RsRichard
    Das Hauptproblem ist das gefahrene Öl - wenn der Motor ein paar tausend KM mit Castrol 5w30 gefahren wurde, sind die Kolbenringe verkokt und das bekommt man nicht mehr ohne neue Ringe in den Griff - oder nur sehr langfristig mit extrem verkürzten Ölwechselintervallen und gutem Öl (0w40, 5w50).

    Da reichen schon 50tkm Kurzsstrecke mit 5w30 um die Ringe komplett zuzukoken.

    Evtl. wurde dein 323ti von vornherein mit einem vernünftigen Öl betrieben oder die extrem geringe Laufleistung von 20tkm war hilfreich dabei, die Ringe mit schlechtem Öl nicht verkoken zu lassen.

    Ich nehme an, dass du im neuen Motor kein 5w30 mehr gefahren bist oder die Wechselintervalle relativ kurz waren.


    Hallo Richard,
    ja, dem kann ich zustimmen:
    Den ersten Motor habe ich wider besseren Wissens nach SI von der BMW NL warten lassen, also 100tkm 5W30 Castrol mit langen Intervallen.
    Der "neue" Motor wurde im vorherigen Wagen (ein Testwagen von BMW) sicherlich auch mit 5W30 gefahren, bei mir läuft er nun aber mit 5W40 und sieht keine BMW NL mehr ;)


    @maggus
    @max
    Dann war der Verkaufsname des Wagens wohl 325ti (oben korrigiert), denn die Maschine ist ein M54.
    Ölwanne und die Unterdrucksteuerung für die Abgaswerte mussten geändert/umgebaut werden, ansonsten war der Umbau ganz easy: Vorne einmal komplett leer räumen und neue Maschine einsetzen :D
    Gruß
    Matthias

    Spritmonitor


    190.000 km mit Autogas :thumbsup:

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