Kettenrevision speziell M62vorTU

  • Hi,

    nachdem ich aufgrund der hilfreichen Hinweise im Forum seit Besitz meines 540 in 2016 sensibel auf den Zustand der Steuerkette achte, hatte ich mich nun bei > 280000km Laufleistung entschieden die Kettenrevision durchzuführen.

    Um eine Archivierung besser gewährleisten zu können, habe ich mich dazu entschieden den Bericht dazu auf meiner userpage zu veröffentlichen: LINK


    Dieser Thread dient dazu Interessierte dorthin zu führen und die Diskussion anzuregen. Wer meinen Bericht liest, wird feststellen, dass es mir auch darum ging auf Methoden hinzuweisen, die nicht unbedingt 100% professionell sind. Als Hobbyschrauber kann man sich meistens mehr Zeit nehmen, aber nicht immer das teuerste Spezialwerkzeug leisten (Oder will es nicht). Wichtig hierbei, es bezieht sich alles auf den vorTU ! Den TU kenne ich zu wenig.


    Zusammengefasst ergeben sich aus meiner Erfahrung mit der Kettenrevision folgende Punkte:

    - Der JesusBolt ist bei entsprechender Vorbereitung auch beim vorTU ohne zu grossen Aufwand in die Knie zu zwingen

    - beim vorTU kann bei Anwendung größter Sorgfalt auf das Spezialwerkzeug verzichtet werden, (muss aber nicht !)

    - dies gilt allerdings nur, wenn die Gleitstücke der Sekundärtketten nicht erneuert werden müssen

    - beim vorTU ist die Kettenlängung kein ernsthaftes Problem

    - durch häufige Überwachung der V-Schienen-Enden mit Endoskop kann die Revision beim vorTU lange hinausgezögert werden

    - nach >280000km war der Tausch der V-Schiene auch beim vorTU dringend notwendig; all zu lange wäre das nicht mehr gutgegangen:

    v-schiene_alt_neu.jpg



    um dem Bericht vorzugreifen: Motor läuft wieder mind. so gut wie vorher, Kompression super, Power voll da, ruhig,

    Falschluft lt. I,,, hat er leider immer noch, aber anderes Thema,


    Und hier endlich ein Bild eines Spannerkolbens nach Revision (ca. 3mm blanker Bereich):

    kolben_nachher.jpg



    Meine Erfahrungen sind natürlich subjektiv und beziehen sich teilw. auch auf mein Fahrprofil. Aber es geht ja auch um Tendenzen.

    Für rege Diskussion wäre ich sehr dankbar, insbesondere wenn es um Fehler im Bericht geht....

  • Aktueller Stand: inzwischen mehrere längere Fahrten absolviert, Motor läuft ruhig wie immer und hat Bumms. Sieht gut aus. Einen Unterschied zu vorher, weder schlechter noch besser, kann ich nicht feststellen.

    Am Zustand dar Plastikschiene konnte man aber erkennen , dass die Massnahme unbedingt erforderlich war !

    Was bleibt, ist leider immer noch die Falschluft, die zumindest anhand der Adaptionswerte (hatte ich gelöscht) und der Laufunruhe auf Zyl.3 , vorhanden ist. Ich hatte ja gehofft die Erneuerung der Profildichtung zw. DK und ASB würde helfen; diese war sehr brüchig.

    Subjektiv ist die Laufruhe gut, aber ich habe leider keine Vergleich....

    Merkwürdig ist auch, dass die Additiv-Werte positiv und die Multiplikator-Werte negativ sind. Im Leerlauf zu fett (daher der Ausgleich) und bei Last zu mager ? ?(?(

  • Ich habe vor kurzem auch den vor TU Kettentrieb erneuert bei 297000 KM etwa.Die Gleitschiene am U stand vor der Auflösung.Sie war verhärtet und nicht mehr flexibel.Die Zentralschraube ging mit anwärmen und Schlagschrauber ab.Die Gleitstücke der Sekundärketten habe ich trotz augenscheinlich gutem Zustand neu gemacht.Sie waren ebenfalls verhärtet.Den Motor habe ich mit Spezialwerkzeug von Force -leider sehr teuer- fixiert.Eine Kettenlängung war bei direktem Vergleich ewas sichtbar.Interessant wäre ,welches ÖL wurde verwendet und wie lange waren die Wechselintervalle?Ich fahre 10W60 von Mannol mit Ceratech.Wechselinterval nach Serviceanzeige.

  • Zustand anscheinend mit meinem vergleichbar, könnte also vorTU typisch sein.

    Seit ich den 540 besitze (Ende 2016) waren die Wechselintervalle immer unter 10000km, 5W-40 und 5W-50 Öl + Zusatzadditiv.

    Vom Vorbesitzer weiss ich, dass er 5W-40 verwendete, davor lt. alter Rechnungen auch oft 5W-30.


    Auf wieviel schätzt du Kettenlängung, auch unter 2mm ?

  • Merkwürdig ist auch, dass die Additiv-Werte positiv und die Multiplikator-Werte negativ sind

    Deine Steuerzeiten stimmen nicht, daher ist die Überschneidung zu gross im Leerlauf und unter Last hast du ne miserable Zylinderfuellung. Ist auch verstaendlich, denn bei deiner Methode bringst du das Kettenspiel nicht auf die Seite der Spannschiene und hast auch die Zeiten zwischen Einlass und Auslass nciht nachgestellt - auch diese Kette laengt sich minimal und die Gleitstuecke laufen ein, wodurch auf der Seite, auf der nicht gespannt wird, die Relation nicht mehr passt. Klar passen die Einstelllehren so drauf - aber du hsst halt Spiel in der Kette auf den jeweils nicht gespannten Seiten. Kannste nochmal aufmachen den Bock.

  • Dann waren die Steuerzeiten bereits vor der Revision verstellt, die Adaptionswerte waren da auch schon so. Dadurch, dass die Kettenräder nicht angetastet wurden, sind die Steuerzeiten in keiner Weise verstellt worden.

  • Hi,

    die Kettenlängung der kleinen Ketten war hier nie ein Thema, es hieß immer deren Längung wäre vernachlässigbar. ...

    Das ist auch plausibel. Wenn die Hauptkette max. 2mm gelängt war, so werden die Kleinen nur einen Bruchteil davon längen (gleicher Werkstoff, weniger Belastung, deutlich kürzer....)

    Außerdem war die Zugseite der kleine Ketten beim Prüfen mit Abstecken immer straff. Was ist an dieser Methode falsch ?


    Die Gleitstücke sind bei mir natürlich weiterhin eine Schwachstelle, allerdings ist deren Verschleiß gering. Hier kommt es auch nur auf die Zugseite an. Auf der Zugseite war deren Verschleiß nicht sicht/messbar.

    Damit fällt auch hier eine mögliche Fehlstellung der A-NW weg. Die Druckseite mit dem Spannerkolben ist hierfür nicht relevant.

  • Ich habe nach der Revision ausgelesen ,alle Werte waren im grünen Bereich(ausser Luftbedarf LL den LLhatte ich dann mit einer Schelle versehen und auf der anderen Seite besser reingedrückt ,damit war das Problem behoben.Ausserdem habe ich den Helmholtzresonator am Schlauch mit Schellen versehen,auch da besteht Möglichkeit auf Falschluft)) .Der Motor läuft etwas besser als vorher ,dh man hat den Eindruck,daß über das gesamte Drehzahlband etwas mehr Drehmoment da ist.

    Was Rs Richard schrieb stimmt ich musste tatsächlich etwas nachstellen....,

  • Du kannst nicht immer annehmen, dass "minimal" gleichbedeutend ist mit "fällt weg / keine Auswirkung". Steuerzeiten.JPG


    Guck mal, wie schön die Kette da bei dir durchhängt - das Foto ist von dir selbst.

  • Also ich lese das hier mit den V8-Motoren immer nur mit! Ich hab keinen! Aber das was ich bisher von RsRichard in den ganzen Threads zu der Kettenrevision gelesen habe, hat für mich Hand und Fuß! Hätte ich so einen Motor,wäre er,trotzdem ich ihn überhaupt nicht kenne,mein ersten Ansprechpartner!Er hat schon Ahnung von der Materie und das ja auch schon öfter gemacht!

  • Das Foto zeigt einen zufälligen Zustand , an dem ich nur zeigen wollte, dass der untere Decke drauf ist. Da war auch nichts mehr abgesteckt.

    Ich hoffe folgendes Foto zeigt den abgesteckten Zustand, dort ist die Kette stramm:


    schienen_kpl.jpg

  • naja auch wenn die Kette gelängt ist, spielt es keine große Rolle. Die Stirnräder sind nicht fest montiert und haben einen gewisses Spiel. Also kann man es ausgleichen

  • Eben das hat er ja nicht gemacht ;) beim Kettentausch hat er die Stirnräder nicht gelöst.


    Im abgesteckten Zustand auf deinem bild oben ist die Kette stramm, aber die Einstelllehre liegt nicht plan auf dem Zylinderkopf auf:

    Steuerzeiten2.JPG

  • Jetzt hast du aber das Thema gewechselt, wir waren bei den Sekundärketten. Das unpassende Foto "udeckel" mit der schlappen Kette muss nur durch das von mir im vorherigen Beitrag gezeigte ("schienen_kpl") ersetzt werden, dann passt es, also Kette stramm.


    Auch bei deinem Letzten Fotoauschnitt habe ich beim Erstellen des Fotos nicht nochmal alle Lücken überprüft....

  • Was ich damit sagen wollte: klar ist die Kette dann straff, wenn die Lehre hinten nicht auf dem Zylinderkopf aufliegt - drückst du sie runter, ziehst du das Kettenspiel von der Spannerseite auf die ungespannte Seite.


    Wie bereits mehrfach gesagt: Ein korrektes Einstellen der Steuerzeiten ohne Lösen der Kettenräder, bloß mit Markierungen, am M62 führt nie zum gewünschten optimalen Ergebnis. Da reichen schon minimalste Toleranzen an den Schienen / Ketten.

  • Wie gesagt, das Foto zeigt nicht unbedingt den Prüfzustand. Da mir das Problem der abhebenden Lehren bekannt war, habe ich bei der Überprüfung entsprechend draufgedrückt. Das Foto sollte die grundsätzliche Funktion der Blöcke zeigen.


    Beim Eleminieren dieser 1/10mm , welches die Lehre noch vom ZK entfernt war, habe ich außerdem keinerlei Veränderung an der Kettenspannung feststellen können. Auch hat sich keine Kette beim Runterdrücken (1/10mm !) irgendwie bewegt.

    Außerdem: Wenn man sich das ausrechnet, was 1/10mm bei 1 Grad Schiefstellung der Lehren (A-NW) bedeuten würde, kommen da verschwindend kleine Steuerzeitenänderungen raus. Das würde nämlich heissen, dass sehr viele M62 so ab 100000km aufgrund ihrer vielleicht 1mm HauptKettenlängung katastrophal laufen müßten und keine Leistung mehr hätten (Zylinderfüllung s.o). Das Gegenteil ist der Fall: Beschleunigung satt, Vmax locker....

  • Korrekt, das wird ja über die Adaptionen weggeregelt ;) In gewissem Rahmen lässt sich über die Einspritzmenge hier eine schlechte Zylinderfüllung korrigieren - gemessen wird der Fehler in dem Falle lediglich durch das abweichende Gemisch an den Lambdasonden, wie in deinem Fall.


    Wie gesagt, Empfehlung: mach es nochmal auf und löse die NW Räder. Du wirst bei montierten Lehren sofort sehen, wie beide NW Räder ca. 1mm Richtung früh verdrehen.

  • OK, das würde aber bedeuten, dass die Längung der Sekundärketten entsprechend weit fortgeschritten wäre; anderenfalls wäre das ja im Neuzustand schon so gewesen.

    (Die Gleitstücke schliesse ich weiterhin, das auf der Zugseite nicht eingelaufen und die Kette hier absolut gerade verläuft.)


    Bei einer Längung der Hauptkette von 1-2mm, kann eine Sekundärkette sich doch nur max. um Bruchteile davon längen, wie gesagt: deutlich kürzer, weniger Belastung.

    Bisher habe ich weder im Forum noch anderweitig jemals etwas über gelängte Sekundärketten gehört; da wäre ich dann der erste ?