Der Hintergrund, warum ich eine Getriebeüberholung in Betracht ziehe, ist, dass sich das Schaltverhalten meines Getriebes über die Jahre zunehmend verschlechtert hat. Besonders nach längeren Steigungen, wenn die Straße wieder abflacht, schaltet das Getriebe häufig nicht in den nächsten Gang, sondern dreht einfach hoch – ohne Vortrieb. Zusätzlich haut es die Gänge mittlerweile sporadisch, zum Beispiel nach einer Autobahnfahrt beim Ausrollen, ziemlich ruppig bzw. mit einem deutlichen Schlag hinein. Außerdem habe ich das Gefühl, dass das Fahrzeug beim gemütlichen Fahren auf Landstraßen (z. B. mit 60 km/h und wenig Gas) leicht abbremst – ähnlich wie beim Bergabfahren mit Motorbremse.
Das Getriebe wurde vor etwa zehn Jahren zuletzt bei ZF gespült. Seitdem kamen maximal rund 60.000 km hinzu. Gestern habe ich aus Interesse den Ölstand kontrolliert. Bei waagerecht stehendem Fahrzeug und kaltem Zustand öffnete ich die Einfüllschraube – zu meiner Überraschung kamen mir etwa 200 ml Öl entgegen. Zuerst dachte ich, es sei möglicherweise überfüllt.
Ich habe daraufhin rund 400 ml eingefüllt, bis das Öl leicht zu tropfen begann, dann die Schraube wieder eingesetzt und den Motor gestartet. Danach habe ich alle Gänge etwa zehn Sekunden lang durchgeschaltet. Nach dem Abstellen des Motors öffnete ich erneut die Einfüllschraube – und wieder kam mir, wie zu Beginn, deutlich Öl entgegen. Ich schraubte sofort wieder zu; geschätzt kamen etwa 100 ml heraus. Dann fiel mir ein, dass der ZF-Mitarbeiter damals meinte, man solle die Kontrolle bei laufendem Motor durchführen.
Also Motor gestartet, Schraube geöffnet – und siehe da: kein Öl kam mehr heraus. Ich habe daraufhin etwa 1,5 Liter nachgefüllt, bis es wieder leicht zu tropfen begann. Dann habe ich abgebrochen – einerseits wegen der Sauerei, andererseits, weil mir frisches Öl ausging. Es ist also deutlich mehr Öl hineingegangen, als vorher herauskam. Ich habe zudem das Gefühl, dass das Getriebe jetzt schon etwas besser schaltet, muss aber noch mehr fahren, um das sicher zu beurteilen.
Nun frage ich mich: Kann ein Getriebe über zehn Jahre hinweg tatsächlich rund zwei Liter Öl verlieren? Ich habe gelegentlich Ölflecken unter dem Auto bemerkt, und der Unterfahrschutz im Bereich des Getriebes ist sichtbar ölig.
Als Nächstes möchte ich die Ölwanne abnehmen, den Filter wechseln und das Getriebeöl anschließend korrekt neu befüllen. Außerdem überlege ich, mir ein gebrauchtes Getriebe zu besorgen und selbst zu revidieren – vorausgesetzt, mein aktuelles hält noch eine Weile durch.