M62 Werkzeug-Thread

  • Auch nach langem Suchen konnte ich hier keine sichere Aussage über die Qualität der zahlreich angebotenen M62-Steuerzeiteneinstellwerkzeuge finden.

    Meistens heisst es, kauf dir einfach das teuerste, dann passt das schon....

    Ich habe daher versucht die aus meiner Sicht wichtigsten Angebote zu vergleichen. Folgende Sets habe ich genauer untersucht und verglichen:


    Set1: BGS-vorTU hoher Koffer ArtNr 8748

    Set2: BGS-vorTU niedriger Koffer ArtNr 8748

    Set3: NoName-Komplettset incl. Vanos


    Warum 2x BGS ?

    Im Forum gibt es häufig den Hinweis auf unterschiedliche BGS-Varianten; daher habe ich solange gesucht, bis ich zwei unterschiedliche gefunden habe, vermutlich alt und neu.

    Set2 ist deutlich seltener, vermutlich die alte Variante.

    Das Problem, angeblich soll nur eine der beiden 100% brauchbar sein. Aber welche ?

    Ich habe nur den kleinen BGS-Koffer ohne Vanoswerkzeug ausgesucht, da die Qualität (Masshaltigkeit) der NW-Absteckblöcke lt. vieler Forenbeiträge das Entscheidende sein soll.

    Für den vorTU reicht der kleine Koffer auch fast (das rote Spannerstück fehlt). Mir ist auch ein Rätsel, warum in den BGS Koffern zwar die Spannschraube (Bild Spannschraube), jedoch nicht dieses rote "Dreieck" vertreten ist !??

    Evtl. kann mich da jemand aufklären....


    Preise:

    NoName-Komplettset unter 100,-

    BGS-vorTU: 100,- bis 200,-


    Nun zur Untersuchung: (Alle Bilder findet ihr hier: LINK )

    Erstmal Fotos Koffer/Inhalt: m62-noName (Set 3), bgs-box, bgs1 (Set1), bgs2 (Set2)

    Visueller Unterschied zw. den zwei BGS-Sets, die BGS-Aufschrift ist bei Set1 seitlich, bei Set 2 oben bei den Zylindernummern, angebracht: Bild: bgs-bgs

    Außerdem sind die blauen Koffer und die Kunststoffeinlagen (bei Set1 mit BGS-Inschrift) unterschiedlich.

    Auf den ersten Blick wirken die Absteckblöcke aller 3 Sets absolut identisch aus. Bilder bgs-noname1/2.

    Bei den NoName fehlt natürlich die BGS-Aufschrift und es wird ein anderer Font für die Bezeichungen verwendet.

    Erst bei genaueren Nachmessen lassen sich kleine Unterschiede bzgl. Masshaltigkeit feststellen.

    Mit Schieblehre liessen sich bei den BGS-Sets nur bei A5-8 Unterschiede von bis zu 0,1mm festellen. Leider ist diese Aussage kaum belastbar, da ich an dieser Stelle mit der Micrometerschraube nicht dran kam...

    Alle anderen relvanten Abstände konnte ich mit der MMeterschraube nachprüfen:


    ........Set1 Set2 Set3

    E1-4 0,50 0,52 0,65

    E5-8 0,47 0,50 0,70

    A1-4 1,62 1,63 1,70

    A5-8 1,4 1,3 1,4 (unsicher !)


    Gemessen werden sollten die Deltas zwischen oben und unten der Einbuchtungen, in die das NW-Viereck reinpasst.

    Leider reichte dafür meine MMeterschraube nicht aus, ich habe daher die größerere Einbuchtung genommen, welch parallel verläuft. Bild: micrometer

    Damit kann man dann mit Hilfe der Winkelfunktionen den NW-Winkel ausrechnen:


    ......Set1 Set2 Set3

    E1-4 0,8° 0,8° 1,0°

    E5-8 0,8° 0,8° 1,1°

    A1-4 2,7° 2,7° 2,8°

    A5-8 2,3° 2,1° 2,3° (unsicher !)


    Aufällig natürlich die Abweichung des Noname-Werkzeugs bei der Einlass-NW. Bisher dachte ich immer, die muss beim Einstellen auf 0° liegen, allerdings weichen alle Sets davon ab, siehe auch Bild E5-8_schraeg

    Auch beim Anlegen beider Blöcke , kann man ein minimale ABweichung erkennenm Bild: abweichung_E5-8

    Die Abweichungen bei der Auslass-NW dürften in der Toleranz liegen. Allerdings komme ich bei keinem Werkzeug auf die bekannten und oft erwähnten3° !

    Alle o.g. NW-Winkel gehen Richtung früh.


    Es stellt sich nun die Frage, ob die obigen Abweichungen wirklich relevant sind.

    Nehmen wir den obigen max. Fehler von 0,3° und einen Radius des Kettenrades von 40mm an, dann entspräche das einer Kettenlängung von:

    sin(0,3°) * 40mm = 0,21mm

    Diese Kettenlängung erreicht der M62 vermutlich bereits bei unter 50000km Laufleistung. Da die meisten M62 auch jenseits der 100000km immer noch gut im Futter stehen, dürfte ein Fehler von 0,3 ° irrelevant sein, oder ?

    Ich habe mal bei ca. 250000km bei meinem vorTU versucht die Kettenlängung anhand des ausgefahrenen Spannkolbens zu schätzen, >3mm. Der geht aber noch 264 (GPS) in der Ebene....

    (Trotzdem wird die Kette demnächst gemacht...)

    Kennt jemand den Radius des Einlass-NW-Rades (40mm ist nur geschätzt) ?


    Bzgl. BGS: Im ungünstigsten Fall ist auch unter meinen BGS-Koffern nicht der 100% richtige. Kann sein, dass nur einer der grossen BGS-Koffer (incl.Vanos) der korrekte ist, Pech....


    Es wäre super , wenn alle Betroffenen und M62-Erfahrenen ihre Werkzeuge-Maße in diesem Therad offenlegen könnten, das würde vielen helfen!

    in der Hoffnung einen entscheidenden Anfang gemacht zu haben.

    Wäre super, wenn alle Info bzgl. M62 Spezialwerkzeug hier einlaufen würden...


    Auch für Hinweise und Kritik wäre ich sehr dankbar.

  • ich mach mal nen Foto von meinem BGS Satz, ist 8 Jahre alt. Hab inzwischen auch den originalen BMW Satz. Alle Maße sind exakt identisch. Die Winkel hatte ich mal grob vermessen - 2.7 und 1 Grad.


    Der Block fuer den Spanner ist beim vorTU Satz nicht dabei, da man dort die Kette durch den Kettenkasten vorspannt mit dem Einschraubbolzen. Beim TU geht das nicht, da man den Vanosbolzen und Auslasswellen nicht anziehen kann, sobald der Kettenkasten montiert ist.


    Was man an deiner Analyse aber schoen sieht, ist, dass die Masshaltigkeit durch die Bank mitlerweile ziemlich bescheiden ist. Du musst bedenken, dass sich die Kette auf ganzer Laenge laengt und die Spannschiene dies auf EINER Seite ausgleicht. Die Steuerzeiten veraendern sich durch Laengung der Kette ueber die gesamte Laenge also nur minimal - wichtig ist, dass die Grundeinstellung stimmt.

  • Fotos auch vom BMW-Satz wären natürlich super !


    Ich habe noch mal mit Geodreieck (noch aus der Schulzeit !) nachgemessen. An meinem, leider recht unprofessionellem Aufbau, kann man grob sehen, dass alle Werkzeige bei Einlass bei 1 Grad und bei Auslass bei 3 Grad Richtung früh liegen. Ich gehe aufgrund dieses ungenauen Aufbaus von einem Messfehler von max 0,5° aus. Siehe Bilder, die Dateinamen winkel* sind selbsterklärend: LINK


    Eine Kettenlängung von >= 3mm (incl. Laufschienenverschleiß) dürfte in den meisten Fällen bei > 200000km vorhanden sein. Damit kommt man auf einen Fehler von 4° an der Einlass-NW 1-4. auch bei Fahrzeugen, wie meinem, die noch super laufen (s.o.). Die Abweichung bei E5-8 wäre natürlich deutlich geringer, da dort die Kette noch nicht durchs V musste. Analog dazu Auslass-NW , wenn man den Sekundärkettenverschleiss vernachlässigen würde.

    Somit meine ich , dass ein 0,5° Fehler bei schlechtem Werkzeug keine grosse Auswirkung haben dürfte. Oder liege ich da falsch ?


    Wichtig wäre noch den Durchmesser der NW-Kettenräder zu erfahren. Dann würden meine obigen Berechnungen Abschätzungen etwas genauer werden. Hat dazu jemand Maße ?

  • Ich habe nach ewigem Suchen ein Dokumemt über die Steuerzeiten gefunden und will diese bei meinem TU mal mit der Messuhr aug der Tasse kontrollieren. Leider finde ich seit mittlerweile Jahren keine Zeit dazu. Hausbau, Kinder, Job,...

    Werde das aber auf jeden Fall noch machen und die Erkenntnisse dann hier im forum teilen.

    Vom Prinzip ist das Absteckwerkzeug ja nichts besonderes und wenn man weiß wie es sein muss, kann man es auch einigermaßen einfach kontrollieren. Ich finde es gerade deshalb super, wenn wir hier dazu alle hilfreichen Infos zusammentragen.

  • Die Messungen wären super-interessant !


    Noch mal meine Frage in die Runde: Kennt jemand den Durchmesser der NW-Kettenräder (vorTU und TU sind vermutlich gleich) ?

  • Kann leider nicht messen da mein Motor zu ist.

    Aber, steht nicht irgendwo die Teilung der Kette? 3/8, 5/16, 1/4 oder so?

    Dann ein Bild im inet vom Kettenrad suchen und die Zähne zählen. Umfang durch pi gleich Durchmesser.

  • Gute Idee !

    Ich habe folgendes herausgefunden: Das Hauptkettenrad hat 38 Zähne (hier unwichtig: das kleine 26), ein Kettenglied hat eine Länge von 9,4mm

    -> r = (9,4 * 38)/(Pi*2) = 56,8mm

    Nun nochmal obige Rechnung korrigiert:

    sin(0,3°) * 56,8mm = 0,3mm

    D.h. ein Fehler des Werkzeugs von 0,3° entspricht einer Kettenlängung von 0,3 mm. Etwas ungünstiger als von mir ursprünglich angenommen, aber immer noch weit weg von den üblichen Kettenlängungen...

    Weitere Korrektur:

    "Eine Kettenlängung von >= 3mm (incl. Laufschienenverschleiß) dürfte in den meisten Fällen bei > 200000km vorhanden sein. Damit kommt man auf einen Fehler von an der Einlass-NW 1-4. auch bei Fahrzeugen, wie meinem, die noch super laufen (s.o.). " (korrigierte Berechnung: arcsin (3mm/56,8mm) = 3,03°)

    Bitte überprüfen....

  • Stimmt!

    Mal ein Beispiel. Mercedes OM651 bei 242k km 8mm Kettenlängung bei meinem Sohn. Durfte ich reparieren.

    Zurück zu unserem.

    Die Position der NW wird ja über die Segmentscheibe ermittelt.

    Die Steuerzeiten werden über die Vanos nachgeführt.

    Aber, es verschiebt sich das Fenster und irgendwann ist das Ende des Regelbereiches erreicht.

    Mein M62B44Tu hat auch 200k.


    Gruß Mani