Erfahrungen Achsvermessungen e39 Touring

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  • Erfahrungen Achsvermessungen e39 Touring

    Nachdem ich mit meinem 530d Touring schon über 200tkm gemeinsam unterwegs war und er nun fast 310tkm auf dem Tacho hat, habe ich die letzten Wochen das Fahrwerk des Boliden vollständig revidiert.

    Ich war überrascht! An der Vorderachse wurden die Zug/Druckstreben schonmal bei einer Fahrzeuglaufleisung von 110tkm bei BMW erneuert, den rechten Querlenker und die Koppelstangen hatte ich selbst vor ein paar Jahren getauscht.
    Die Gummilager der Zug-/Druckstreben waren fix und fertig - komplett mit Anrissen versehen. Der Rest der Lenker und die Kugelgelenke waren ohne spürbares Spiel.

    Ebenso an der Hinterachse. Diese war noch komplett original von 01/2002.
    Lediglich die rechte Koppelstange war ausgeschlagen und ebenso leicht das linke Kugelgelenk vom Integrallenker.

    Erstaunlich nach so einer Laufleistung. :top:

    Nachdem alles ordnungsgemäß verbaut war, ging es an die Achsvermessung.

    Ohje.... der Anfang einer Odyssee der Enttäuschungen...

    Zunächst war ich bei einer Reifenbude... Was soll ich sagen: der Maschinenpark tiptop und alles vom Feinsten! Tolle und hochmoderne Maschinen von Hunter standen da rum.

    Das Fachwissen des Mechanikers war allerdings katastrophal.
    Es fing damit an, dass er an seinem Rechner das falsche Fahrzeug heraussuchte. Somit standen zunächst Sollwerte für einen e60 auf dem Bildschirm...
    Meinem Hinweis, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen e39 handelt, wurde mit der Aussage begegnet: "Ich habe den Kollegen gefragt, der wusste es auch nicht..." :wall:

    Dann ging's los.

    Die Spur an der Vorderachse einstellen an der Vorderachse war noch machbar.
    An der Hinterachse hatte ich die linke Sturzschraube mit dem korrekten Drehmoment angezogen (174Nm!).
    Die rechte Seite hatte ich mir gespart, da die Schraube ja eh wieder gelöst werden musste.
    Da kam der Mechanikus nun mit seinem 10cm langen Maulschlüssel und versuchte unmotiviert die Mutter, die ich mit 174Nm festgezogen hatte zu lösen...
    Resultat: "Geht nicht, ist festgegammelt. Naja, ist ja ein schon grün der Wert." :wall:

    Das Spureinstellen ging dann auch nur unter meiner genauen Anleitung.

    Zumindest waren am Ende alle Werte in den Toleranzen.
    Leider allerdings ohne die vorgeschriebene Beladung von 3 x 68kg und 21kg im Kofferraum und den entsprechend eingestellten Höhenständen.

    Übrigens: Der Hunter-Achsmeßstand hat den Mechanikus vor dem Einstellen darauf hingewiesen das das Fahrzeug mit 3x68kg und 1x21kg zu beladen ist!

    Da ich auch in neue, gute und teure Michelin Winterreifen investiert habe, habe ich mich dazu durchgerungen nochmals eine Achsvermessung in einer BMW-Fachwerkstatt in Heilbronn durchführen zu lassen.
    Denn die wissen ja was sie tun - dachte ich...

    Vorab habe ich mich genau erkundigt, wie dort die Vermessung durchgeführt wird.
    Auf meinem expliziten Wunsch versicherte man mir dort, dass mein Fahrzeug entsprechend beladen vermessen werde und hat es auch auf dem Auftrag vermerkt.
    Soweit Gefühl plus...

    Nun war ich heute dort und habe mir das Einstellen von der Ferne aus angeschaut. Die versprochenen Gewichte waren jeweils ein, vermutlich mit Sand gefüllter, 5 Liter Reservekanister im Kofferraum und auf den Sitzen! :boese:

    Die protokollierten Höhenstände entsprechen aber erstaunlicherweise exakt den Sollwerten. Ein Wunder!

    Bei der Übergabebesprechung sagte mir der Serviceberater, dass nun alles i.O. wäre. Das Fahrzeug fährt geradeaus und das Lenkrad stünde nun auch gerade.
    Das war bei seiner ersten Probefahrt nach dem Einstellen noch nicht der Fall, dann haben sie es wie folgt gerade gestellt:


    "Wir haben das Lenkrad um einen Zahn versetzt."

    Ich dachte ich breche um, als ich das gehört habe. :mad:


    Gibt es noch irgendwo auf der Welt fähige Mechaniker?? :heul:

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von mcfuchs ()

  • Original von RsRichard
    Das mit dem Lenkrad ist natuerlich ne absolute Frechheit - sofort Nachbesserung verlangen. Denn das Lenkgetriebe ist so NIE in Mittenstellung, wenn du gradeaus faehrst.


    ...nicht nur das, die Gesamtspur des Fahrzeugs ist so auch nie und nimmer im Soll, wenn man das mit dem Versatz am Lenkrad ausgleichen (zurecht pfuschen) will! Deshalb gibt es ja die Markierungen an der Lenksäule und die Plastikfahne am Lenkgetriebe!
  • Also auf den Bild sehe ich das Lenkrad exakt dort wo es sitzen soll. :kratz:

    Und ja, es gibt kaum noch fähige Mechaniker. Habe auch erst mein Fahrwerk einstellen lassen. Der Mann ist mit einer groben Schlag-Ratsche an meine Kiste ran. Ergebnis ist ein zerdonnertes Lenkgetriebe.
  • Das ist wirklich traurig, aber langsam wohl die Realität... Ich habe noch KEINE Werkstatt erlebt, die beim Vermessen das Fahrzeug mit Gewichten belastet, obwohl das der Hersteller so vorschreibt...

    Gerade erst gestern war ich mit meinem Opel combo bei der Vermessung. Die Software hatte vorgeschrieben, jeweils re und li mit 70kg zu belasten... Das wurde einfach gekonnt mit einem Mausklick ignoriert. Mit der Aussage, das machen wir immer so!

    Ich habe schon lange mein Vertrauen in die Werkstätten verloren...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ColaMix ()

  • Original von jazze
    Also auf den Bild sehe ich das Lenkrad exakt dort wo es sitzen soll. :kratz:

    Und ja, es gibt kaum noch fähige Mechaniker. Habe auch erst mein Fahrwerk einstellen lassen. Der Mann ist mit einer groben Schlag-Ratsche an meine Kiste ran. Ergebnis ist ein zerdonnertes Lenkgetriebe.



    Vielleicht liegt's ja wirklich an meiner optischen Wahrnehmung, aber für mich sieht das auf dem Bild sehr nach einem Zahn versetzt aus.... :kratz:
  • Also das ein BMW-Händler so pfuscht ist schon ein starkes Stück :O

    Ich hatte meinen im Oktober beim :) meines Vertrauens, deren Chef (Meister in der KFZ-Innung) ich schon länger kenne, hab vier Wochen vorher schon nen Termin gemacht wo ich gleich gesagt habe, das es der Chef machen soll.
    An besagtem Tag wurde es dann auch so abgewickelt, Chef stellte fröhlich Spur usw. ein, die Lehrlinge durften als Gewichte herhalten und in Kofferraum kam ein 20L Frostschutzkanister. Es ist eher ein kleiner BMW-Händler dafür kennt der Chef alle seine Kunden, was mir persönlich sehr wichtig ist.
    Mein Auto sieht im Normalfall keine Werkstatt aber bei Achsvermessung und Co. fehlt mir einfach das Equipment, daher zahle ich lieber etwas mehr und weiß dafür das es ordentlich gemacht wird.

    Gruß Daniel
    BMW 530dT :thumbsup:




    8 Dinge braucht der Mann -> 2 Nieren und 6 Herzkammern in Reihe
  • Freitag früh wird vom BMW Händler nachgebessert.
    Viel Hoffnung mache ich mir da allerdings nicht.

    Ich habe mir nun 220kg Spielsand in 15 und 25kg Säcken bei Obi gekauft. Werde das Fahrzeug vorab entsprechend beladen, den Höhenstand messen und per Gewicht einstellen. So geht's dann zum Händler.
    :ugly:

    Vielleicht male ich vorab noch ne Folie mit dem vereinfachten Zusammenhang zwischen Höhenstand und Achsgeometrie, und eine weitere mit einer einfachen bildlichen Darstellung zu den Gründen eines Lenkradschiefstandes...
  • Ist das wirklich so?
    Ich mag das nicht so recht glauben! Dann müsste für jedes Fahrzeug die Achsgeometrie in der Datenbank hinterlegt sein, bzw. eine Kurve, die die Spur und Sturzänderung über den Höhenstand aufträgt.

    D.h., die Kurven müssten zumindest einmalig für jedes Fahrzeug experimentell bestimmt oder rechnerisch aus der jeweiligen Achsgeometrie berechnet worden sein.

    Das das möglich ist, ist mir klar. Jedoch glaube ich nicht, dass der Aufwand getrieben wird.
  • Original von RsRichard
    Das mit der Beladung rechnen die Maschinen mitlerweile bei Einleitung der Achsvermessung selber raus - das ist nicht mehr notwendig, wenn man eine entsprechend aktuelle Vermessungsanlage hat.


    Dann würde die Software wohl kaum darauf hinweisen :confused: :kratz:
    Kranplätze müssen verdichtet sein!

    „Alles Komplizierte ist unnötig. Alles Notwendige ist einfach - genau wie mein automatisches Gewehr.“ ―Michail Kalaschnikow
  • Also ich hab hier auch meine Achsvermessung beim Reifenhändler machen lassen.
    Allerdings nicht der örtliche, sondern etwas weiter weg in Bruchsal, die haben einer der modernsten optischen Achsvermessungsstationen mit Kameras usw.

    Hab denen gesagt Sie sollen es so einstellen als ob mein Fahrzeug ein Sportfahrwerk hätte von Werk aus. (Wegen dem H&R Cup-Kit)
    Das wurde dann auch so in den Computer eingegeben.

    Ich war wirklich zufrieden und das Ergebnis war sehr gut, laut Aussage von dem Meister rechnet der Computer die Gewichte auch mit ein.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von schiffi ()

  • Also ich habe schon mal den Meister/Inhaber vorher angerufen und nach der Beladung gefragt, ob diese tatsächlich ausgeführt wird.

    Er meinte ganz ausdruckstark "selbstverständlich!!!"
    Als ich dort war wurde natürlich nichts davon gemacht.
    Nicht ein Mal Reifenluftdruck wird kontrolliert :crazy:

    Seit dem akzeptiere ich es einfach und mache die Einstellung nur noch, wenn das Lenkrad wirklich krum steht.

    Zum freundlichen gehe ich aus mehreren Gründen nicht.
    Erstens es kostet beinahe das 10-fache.
    Sie machen es möglicherweise garnicht selber sondern bringen es zu dem selben Typen.

    Und falls sie es doch selber machen... bis jetzt habe ich meinen dicken sehr selten zurück bekommen, ohne dass es Nachbesserungen gab.
    Es wird immer etwas vergessen oder unordentlich ausgeführt
  • Original von Sebastian99
    Original von RsRichard
    Das mit der Beladung rechnen die Maschinen mitlerweile bei Einleitung der Achsvermessung selber raus - das ist nicht mehr notwendig, wenn man eine entsprechend aktuelle Vermessungsanlage hat.


    Dann würde die Software wohl kaum darauf hinweisen :confused: :kratz:


    Die Software weißt nur darauf hin, wenn sie es nicht kann. Gibt genügend Messstände (Beissbarth z.B.), die bei der 3d Laservermessung diese Beladungsdaten bereits einrechnen.
  • Original von RsRichard
    Original von Sebastian99
    Original von RsRichard
    Das mit der Beladung rechnen die Maschinen mitlerweile bei Einleitung der Achsvermessung selber raus - das ist nicht mehr notwendig, wenn man eine entsprechend aktuelle Vermessungsanlage hat.


    Dann würde die Software wohl kaum darauf hinweisen :confused: :kratz:


    Die Software weißt nur darauf hin, wenn sie es nicht kann. Gibt genügend Messstände (Beissbarth z.B.), die bei der 3d Laservermessung diese Beladungsdaten bereits einrechnen.


    Bei denen mag das dann ja ok sein, dass es ohne Beladung gemacht wird. Aber wenn ich lese, dass die Mechaniker sowas einfach mutwillig wegdrücken, im Glaube es besser zu wissen, dann gehört denen einfach mal ans Schienbein getreten. Die Aussage "das machen wir schon immer so" von Fachkräften wird leider viel zu selten sanktioniert. Wenn ich das nächste Mal mein Fahrwerk vermessen lasse, werde ich denen mal genau auf die Finger schauen. Denn die Werte vom letzten Mal zeugen imo nicht von einer gewissenhaften Arbeit bzw. korrekter Vorbereitung des KFZ.
    Kranplätze müssen verdichtet sein!

    „Alles Komplizierte ist unnötig. Alles Notwendige ist einfach - genau wie mein automatisches Gewehr.“ ―Michail Kalaschnikow

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sebastian99 ()

  • Original von mcfuchs
    Ist das wirklich so?
    Ich mag das nicht so recht glauben! Dann müsste für jedes Fahrzeug die Achsgeometrie in der Datenbank hinterlegt sein, bzw. eine Kurve, die die Spur und Sturzänderung über den Höhenstand aufträgt.

    D.h., die Kurven müssten zumindest einmalig für jedes Fahrzeug experimentell bestimmt oder rechnerisch aus der jeweiligen Achsgeometrie berechnet worden sein.

    Das das möglich ist, ist mir klar. Jedoch glaube ich nicht, dass der Aufwand getrieben wird.


    Also von BMW gibt es da ein Dokument, wo über fast die ganze Höhe, die Änderung der Achsgeometrie eingetragen wurde.
  • Soll heißen man misst vorm vermessen die Höhe und stellt dann nach Werten aus der Tabelle für diese Höhe ein? Und so dann auf eine Beladung, um eine gewisse "Normhöhe" zu erreichen, verzichtet werden kann? :kratz:

    Wäre ja legitim wenn die Vermessungscomputer diese Tabelle auch hinterlegt hätten. Scheint aber nicht der Fall zu sein wenn auf die Beladung hingewiesen wird.
    Kranplätze müssen verdichtet sein!

    „Alles Komplizierte ist unnötig. Alles Notwendige ist einfach - genau wie mein automatisches Gewehr.“ ―Michail Kalaschnikow

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sebastian99 ()