Diagnose: Dankeschön

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  • Im Vorwort kann ich den RAT Reifenservice in so fern loben, dass er ohne große Gewinnorientierung unserer leeren Urlaubskasse in so fern entgegen kam, dass er nur bei der Diagnose des Schadens blieb und die kosten dafür überschaubar.

    Mittwochs am 25. Juli bekam ich gegen späten Nachmittag den Anruf: "Ich habe leider schlechte Nachrichten für Sie. Es ist die Zylinderkopfdichtung. Er baut sofort druck auf ..."

    In meinen zig Recherchen und Gedanken machten mir viele Leute mut, den Wagen dennoch auf korrekte Entlüftung zu prüfen. Durch den günstigen Umstand das Geschäftsauto meiner Mutter kostenlos nutzen zu können und der Tatsache das nun Standgebühren anfallen, beschloss ich die Strecke nach Böblingen nochmal anzugehen und den dicken selbst nochmal unter die Lupe zu nehmen.

    Bewaffnet mit reichlich Wasser, ordentlich Werkzeug, der endoskopkamera und meinem Diagnose Laptop fuhr ich mit meinem Vater runter um ihn ggf. auch zu uns zu überführen. Sollte sich die Firma RAT geirrt haben.

    Hat sie leider nicht!

    Unten angekommen klärte ich die Örtlichkeiten und das finanzielle und nahm mich dann dem Wagen an.
    Der Ölmessstab wirkte etwas matschig. Auch der demontierte Ölfilter war nicht zweifelsfrei.
    Der Laptop spuckte, ich meine es waren um die 4 Fehler aus. Alles irgendetwas mit dem Kühlsystem. Der wohl interessanteste Fehler war der "Kennfeldthermostat" - und langsam wurde es zu einem Kreis!

    Ich demontierte die Motorverkleidung, und machte mich dran, Zündkerze aus Zylinder 3 zu entfernen. Zufällig wackelte in diesem Moment mein Vater am Wagen und ich sah mit bloßem Auge bereits ein Pfütze im Brennraum.
    Das Endoskop war hier eigentlich nur noch zur Schaulustigkeit notwendig aber bestätigte einen mit Wasser gesättigten Brennraum.

    Ich packte das Werkzeug weg und begab mich daran das Auto vom Grundstück in eine Seitengasse zu fahren. Er sprang wirklich nur noch sehr schwer an, lief total unrund und schlug Wolken wie ein Kraftwerk. Auch der Kühlerschlauch wurde sofort prall.

    Meine Diagnose:
    "Es hat den KFT vom 523 zerrissen. Wann, wie und warum ... keine Ahnung. Ich fuhr den Wagen zuvor Monatelang, mit Ausnahme der Drosselklappe, ohne jeden Ärger. Winter wie Sommer. Langsam, sowie schnell. Also geh ich von einem kurzfristigen Problem aus.
    Ich suche die Schuld hier beim ADAC der zum einen mich ganze 2 mal weiter schicken wollte, den heißen Motor (Sommer um die 35°C Plus) mit kalten Wasser befüllt hat, vielleicht auch nicht vernünftig entlüftet hat und vor allem keine elektronische Diagnose durchgeführt hat.
    Laptops haben die mittlerweile alle dabei, Software auch. ich konnte den KFT mit Delphi auslesen. Ein "Mechaniker" mit "Erfahrung" hätte um die Umstände der Entlüftung und der Funktion des Kennfeldthermostat gewusst. Er wäre allgemein informiert gewesen über das aufwendige Kühlsystem eines E39, des Alumotors und der ganzen Technik.
    Was dem Wagen dann noch geschehen ist, als wir mit dem Zafira auf dem Heimweg waren weiß ich nicht. Dem Grundstück zu urteilen hat er den Wagen nicht mit der Seilwinde vom Schlepper gelassen sondern runter gefahren und auf das Grundstück gefahren.
    Eine Frechheit ist im Nachgang das Verhalten des ADAC´ der sich mit Widersprüchen sowie mit Aussagen wie, Zitat:

    "Da Sie eine Heimfahrt anstrebten ... "

    "Der reklamierte Einsatz des Auslesen des Fehlerspeichers durch ein Diagnosegerät war nach sachverständiger Einschätzung nicht erforderlich, der Fehler wurde zweifelsfrei lokalisiert, im Rahmen der Pannenhilfe sach- und fachgerecht behoben, eine Dichtheitsprüfung durchgeführt."

    "Neben der sach- und fachgerechten Befestigung der Schlauchschelle wurde Kühlmittel aufgefüllt, der Motor warmlaufen gelassen und eine Druckverlustprüfung durchgeführt, die im Rahmen der Pannenhilfsmöglichkeiten keine Auffälligkeiten erkennen ließ."

    ... versucht aus der Affaire zu ziehen.

    Wenn man sich nun die Eigenheiten und die Funktion eines kennfeldthermostates genau zu Gemüte führt, dann war dieses wohl schon vor dem 1. ADAC Einsatz defekt. Die Vollgasetappe auf der BAB war dem Kühlsystem dann zu viel, da das KFT ja seinen Dienst verweigert. Eine vernünftige Diagnose bei der 1. Panne hätte unter Umständen einen größeren Schaden verhindern können. Hätte der Kollege mir nicht eingeredet, dass alles in Butter sei und ich weiterfahren kann.

    Wir haben uns dazu entschieden uns von dem Wagen zu trennen. Das Risiko das der Zylinderkopf oder gar der Motorblock Schaden genommen haben, war mir zu groß. Somit wäre eine Reparatur für einen 523 ohne Extras zu Kostspielig geworden. Zudem eh geplant war 2019 ins E61 Lager zu wechseln. Ein gebrauchter Zylinderkopf in der Bucht wäre auch immer mit der Unwissenheit verwunden in welchem Zustand sich dieser befindet. Die arbeit und eben auch die nicht unerheblichen kosten der "Kleinteile" war mir dann zu viel.

    Also hieß es abschied nehmen und einen Käufer finden.

    Und den fand ich erstaunlich schnell ... und der war echt kaputt in der Birne!

    gruß Sven
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    "wer vor der Kurve nicht bremsen muss, war auf der geraden zu langsam"

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